Zur Alexander Guhls Bürgermeisterwahl ein Bericht von Axel Lipp

Veröffentlicht am 08.11.2011 in Allgemein

Horber SPD gratulierte Alexander Guhl
Horb/Bad Säckingen. Ausgelassene Stimmung herrschte am Sonntagabend um genau 18.34 Uhr am Hochrhein in Bad Säckingen. Auf der Leinwand des Säckinger Kursaals erschien das amtliche Endergebnis der Bürgermeisterwahl. Und einer freute sich riesig: Alexander Guhl aus Horb. Mit der absoluten Mehrheit von 50,4 Prozent der gültigen Stimmen setzte sich der 41jährige Horber Jurist und Bankbetriebswirt gegen seine beiden Hauptkontrahenten, den von der CDU unterstützten Rolf Ackermann (31,7 Prozent) und den örtlichen Tourismusdirektor Bernhard Mosandl (16,3 Prozent) im zweiten Wahlgang souverän durch.

Bereits früh hatte sich der Sieg des ehemaligen SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Guhl, der bereits beim ersten Wahltermin am 23. Oktober mit 42,5 Prozent deutlich in Führung lag, abgezeichnet. Im üppig bevölkerten Kursaal der Trompeterstadt verfolgte auch der Horber SPD-Stadt- und Kreisrat Axel Lipp, selbst langjähriger politischer Weggefährte des neuen Bürgermeisters, das kommunalpolitische Geschehen. Dabei, so berichtete Guhl, sei es in den letzten zwei Wochen bis zur Neuwahl nochmals „so richtig zur Sache gegangen“. Und leider sei von der Gegenseite auch mit harten Bandagen gekämpft worden, zumal sich Guhl in den letzten Tagen immer wieder irgendwelchen Gerüchten ausgesetzt sah. Dies untermauerte auch der Säckinger SPD-Fraktionsvorsitzende Ulrich Schoo, der dies in einem Interview mit dem Südkurier als „eine Stimmungsmache unter der Gürtellinie“ bezeichnete. Allerdings sei dies beim Wähler in keiner Weise angekommen. Guhl hatte bei den Bürgern am Hochrhein mit einem professionellen Wahlkampf gepunktet. Seine Themen im Endspurt waren die Entwicklung des Kurortes zur modernen Energiestadt, die Gründung einer Bürgerstiftung sowie das Verfügbarmachen weiterer Gewerbeflächen in der 17.000-Einwohner Stadt mit den Stadtteilen Wallbach, Harpolingen und Rippolingen. Bekannt ist die Stadt nicht nur durch die Erzählung des „Trompeter von Säckingen“ von Josef Victor von Scheffel, sondern auch durch sein Fridolinmünster, das bereits im 14. Jahrhundert erbaut wurde und durch die mit 203,7 Metern längste überdachte Holzbrücke Europas, die hinüber in die Gemeinde Stein im schweizerischen Kanton Aargau führt.
Die Säckinger Stadtmusik und die Musikvereine aus den Teilorten spielten den Marsch „Hoch Badnerland“ und Schwabe Guhl durfte schon mal das Badnerlied mit seinem glorifizierenden Inhalt „Das schönste Land in Deutschlands Gaun, das ist das Badnerland….“ voller Inbrunst mitsingen. Alexander Guhl ist übrigens der erste SPD-Bürgermeister in der Geschichte der Stadt. Axel Lipp nahm dies zum Anlass, ihm herzlich zu gratulieren und zwei Flaschen Sekt der Marke „Alt-Horb“ zu überreichen. Guhl wird zusammen mit seiner Frau Kerstin im Januar seinen Wohnsitz von Grünmettstetten an den Rhein verlegen. Bis dahin wird er weiterhin seiner Tätigkeit bei der Volksbank Nordschwarzwald in Pfalzgrafenweiler nachgehen. Seine Dauerkarte bei den Stuttgarter Kickers, so Guhl, werde er wohl verlängern; allerdings wird er sich künftig wohl nicht mehr jedes Spiel anschauen können. Schließlich warten jetzt bald wichtige Amtsgeschäfte als Nachfolger des bisherigen Amtsinhabers Martin Weissbrodt (CDU) auf ihn. Diplom-Verwaltungswirt Weissbrodt, ebenfalls ein Schwabe, war zuvor Bürgermeister in Heiningen (Kreis Göppingen) und hatte nach einer Amtsperiode in Bad Säckingen nicht mehr kandidiert.
Eines verbindet Horb und Bad Säckingen: Die gemeinsame vorderösterreichische Geschichte. Die Säckinger haben sogar ebenfalls einen Nachtwächter. Vielleicht, so liegt die Vermutung nahe, singt das Horber Dreigestirn Bruno Springmann, Heiner Raible und Joachim Lipp schon bald seine „Lumpenliedle“ im Rahmen eines Gastspiels im „badischen Ausland“.